Ein eigener Weiher und eine Ernte zum Teilen

30. November 2015 Lesezeit:

Itzgrund. In Oberfranken wird eine Familie zur Wohngemeinschaft, ein Bauernhof zum Garten-Weide-Weiher-Paradies und die Ernte zu einem geteilten Gut.

Die Büdener.
Die Büdener.

Der Hauptgrund auf einen Bauernhof zu ziehen, war ein sinnvolleres und selbstbestimmteres Leben zu leben. So fasste Gründungsmitgleid Stefan im Jahr 2010 den Entschluss seine Firma zu verkaufen, um sein Leben alternativ zu gestalten. Auch wenn der Bauernhof anfänglich nicht idyllisch wirkte, erkannte Stefan ziemlich schnell das Potential des alten Gutshofs. Viel Arbeit, Schweiß und Tränen, verbunden mit einer gewissen Einsamkeit  führte im Sommer 2014 dazu, dass Stefan beschloss ein gemeinschaftliches Wohnprojekt anzudenken.

Mit der jungen Familie Saskia, Manu, den beiden Kindern Samuel und Joshua sowie dem Junggesellen Manü entschied sich die neu gegründete Hofgemeinschaft für eine große WG.  Gemeinsam starteten sie die Renovierung des Büdenhofes. Mittlerweile ist die Hofgemeinschaft weiter gewachsen. Georg, der die landwirtschaftliche Nutzung des Hofes auf solidarische Weise vorantreibt und Dieter mit seiner Freundin Jelenar.

Die verschiedenen Möglichkeiten der Hofbewirtschaftung befinden sich größtenteils noch im Aufbau. Lediglich Georg lebt von und mit dem Hof. Georg hat sich bewusst dazu entschieden sein angebautes Gemüse nicht zu verkaufen, sondern es auch einschließlich der entstandenen Kosten mit 20 Ernteteilern der Umgebung solidarisch zu teilen.  

Neben dem Gemüseanbau betreibt die Gemeinschaft auch eine Gänsezucht. Ihr Augenmerk liegt dabei auf einer nachhaltigen und vor allem artgerechten Haltung.

Stefan hat nebenbei noch eine kleine Oldtimerwerkstatt und agiert als Hausmeister und Mädchen für alles am Hof. Manu arbeitet als Landschaftsgärtner und möchte in Zukunft im hofeigenen Holzofen Brot backen. Saskia widmet sich momentan der Kindererziehung und kümmert sich um die Hühner.  Dieter und Manü sind dabei, regelmäßig geräucherten Fisch aus den eigenen Teichen zu verkaufen. Die Teiche werden sogar aus einer eigenen Quelle gespeist, dadurch können die Forellen und Karpfen auf natürliche und gesunde Weise gezüchtet werden.

Für den nächsten Sommer planen sie ihre Fische zu räuchern und frisch aus dem Räucherofen anzubieten. Ihr Einkommen verdienen sie allerdings auch außerhalb des Hofes. Für die Zukunft wünscht sich die Gemeinschaft mehr und mehr vom Hof leben zu können, um gleichzeitig Schritt für Schritt autarker zu sein.

Angaben zum Hof

Der ökologische Bauernhof ist umgeben von ca. 30.000 qm Grund mit Gärten, Weiden und Fischweiher. Zu ihm gehören Scheunen, Ställe und Werkstätten sowie eine Backstube und ein Schlachtraum. Erbaut wurde der Büdenhof bereits im Jahre 1696 von Johann Jakob von Modersbach. Rund um den idyllischen Hof stehen vier Wohnhäuser mit einem Gemeinschaftsraum für alle Bewohner, die dort nicht nur zusammenkommen, um Anliegen zu besprechen, sondern auch Feste zu feiern.

Kontakt

Büdenhof
96274 Itzgrund
Bayern

info@büdenhof.de
www.büdenhof.de

Autoren

Manü vom Büdenhof

Manü vom Büdenhof

Die Geschichte in diesem Artikel ist von den Verantwortlichen des Büdenhof zur Verfügung gestellt worden.

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Karin Demming

Die Wahl-Leipzigerin kommt ursprünglich aus dem sozialen Bereich und wechselte später in die Immobilienwirtschaft. Ihr Fokus liegt hauptsächlich auf den Grundbedürfnissen der Menschen und deren Lebensraum. Aus den Erfahrungen ihrer beruflichen Stationen entstand die Idee für bring-together.

Manu vom Büdenhof

Manu vom Büdenhof

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Mary-Anne Kockel

Die Interaction Designerin setzt seit 2009 unter dem Namen »Paka/me« Auftragsarbeiten im Online Bereich um und rief 2017 den community-basierten Projektraum »H4Space« ins Leben. Alles abseits ausgetretener Wege und jeder Funke von Querdenken lässt Ihr Herz höher schlagen.

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