Mehrgenerationenhaus und generationsübergreifende Wohnprojekte

Wir leben in einer Zeit der Vereinzelung. Obwohl die familiäre Bindung immer stärkeres Gewicht bekommt, gehen die Menschen zugleich immer mehr getrennte Wege. Der Wohnraumbedarf ist enorm gewachsen. Die Ansprüche an Wohnkultur und Versorgung mit verschiedensten Gütern haben sich in unserer offenen Welt weit auseinander entwickelt. Wir sind es nicht mehr gewohnt, Gemeinsamkeiten zu pflegen, die dem Alltag standhalten können. Was im Urlaub in Kürze noch geht, sogar mit Fremden, ist »unter uns« eine schwierige Sache: die Vertrautheit miteinander auszuhalten.
Mehrgenerationenhaus und generationsübergreifende Wohnprojekte

Aber genau diese Vertrautheit erdet uns und hält uns seelisch gesund. Ein relativ neues Modell gemeinsamen Wohnens kommt dem entgegen: das »Mehrgenerationenhaus«. Die Idee ist hierbei, dass mehrere Wohnparteien verschiedenen Alters enger als üblich miteinander kommunizieren. Das kann von der Einrichtung eines Gemeinschaftsraumes bis hin zur Vergemeinschaftung des Gartens oder der Küche reichen. Es kann in Ausnahmefällen auch bedeuten, dass man familienähnliche Beziehungen untereinander eingeht bezüglich Kinderpflege oder Altenbetreuung.

Das alles bleibt dabei den Beteiligten überlassen, dem Grad ihrer Übereinstimmung und Übereinkunft entsprechend. Das Besondere ist hierbei immer, dass durch die Einbeziehung mehrerer Generationen (typischerweise sind es drei) jedem Mitbewohner eine Art familiärer Background zur Verfügung steht, der es einem ermöglicht, sich, soweit das möglich ist, in dieser offenen Gemeinschaft relativ geborgen zu wissen. Dabei ist es wissenschaftlich bewiesen, dass die Generationen von einander profitieren. Aber das wusste natürlich auch die Erfahrung schon. (Peter Enders)

Eine Auswahl von Mehrgenerationenhäusern und generationsübergreifenden Wohnprojekten

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