Rückblick Visionsworkshop »CoHousing konkret gemacht« in Dresden

3. Dezember 2018 Lesezeit: Angebot
Eindrücke und Erfahrungen von unserem ersten Visionsworkshop »CoHousing konkret gemacht« am 24. und 25. November 2018
Visionsworkshop im Impact Hub Dresden - Auftakt
Visionsworkshop im Impact Hub Dresden
Quelle: bring-together

Am letzten November-Wochenende (24. und 25. November 2018) führten wir zusammen mit dem Team von CoHousing Dresden unseren 1. Visionsworkshop durchIn den großartig ausgestatteten Räumen des Impact Hub Dresden fanden sich annähernd 40 motivierte Menschen ein, die sich die Frage »wie wollen wir leben?« bereits eindeutig beantwortet haben: Sie alle träumen von einem Leben in Gemeinschaft. Einige der Teilnehmer hatten hier bereits sehr konkrete Pläne.

Pünktlich um 9:00 sorgte Moderator und Finanzberater Tom Wonneberger für ein lockeres Kennenlernen. Nach diesem entspannten Auftakt hatten die Teilnehmer Gelegenheit, ihre CoHousing-Ideen vorzustellen. Spontan bildeten sich daraufhin fünf Gruppen. In verschienden Arbeitsblöcken sollte es nun darum gehen, vage Visionen vom gemeinschaftlichen Leben in eine konkrete Schritt-für-Schritt-Agenda zu überführen.

In seinem spannenden Impulsvortrag zum Thema Gemeinschaftsbildung, der als Auftakt für die folgenden Arbeits-Sessions diente, referierte Sascha Möckel zunächst über die häufigsten Konfliktarten, die auftauchen, wenn Menschen zusammenleben. Natürlich sprach er auch über mögliche Lösungsansätze.

RaumTraum verhandeln, ein Legespiel zur Bedarfsklärung
RaumTraum verhandeln – Christa Katharina Ernst coacht die Gruppe
Quelle: bring-together

Der erste Arbeitsblock widmete sich der Gemeinschaftsbildung. Mit Hilfe des bring-together-Legespiels RaumTraum verhandeln wurden die basalen Bedürfnisse in Bezug auf die Wohn- und Lebensformen der jeweiligen Gruppenmitglieder erarbeitet, um virtuelle gemeinschaftliche Räume der angedachten Gemeinschaftswohnprojekte zu gestalten. Die Coaches von bring-together (Karin Demming, Christa Katharina Ernst und Michael Fürch) moderierten die zum Teil sehr intensiven Diskussionen, die dabei entstanden. Am Ende gewannen die Teilnehmer sowohl Erkenntnisse über ihre eigenen Ziele als auch, welche konkreten Ableitungen sich daraus für die Gemeinschaft beim Zusammenleben ergeben.

Konzentriertes Arbeiten in den jeweiligen Gruppen
Intensive Gruppenarbeit
Quelle: bring-together

Im zweiten Arbeitsblock ging es um Bedarfsklärung. Die Gruppen erarbeiteten gemeinsam, wie viele Rückzugs-, Gemeinschafts-, Multifunktions- und/oder Arbeitsräume sie sich für ihr Projekt wünschen. Der so ermittelte Bedarf bildet für die jeweilige Gruppe eine valide Grundlage für die spätere Erstellung einer ersten Kostenschätzung.

Knapp drei Stunden intensiver Arbeit hatten die Teilnehmer inzwischen hinter sich – das macht hungrig. Für das fantastische Catering an den beiden Workshoptagen war das Team der Rösslstube verantwortlich. Sie begeisterten uns nun mit einem köstlichen Mittagessen.

Catering vom Team der Rösslstube, Dresden
Extrem leckeres Catering der Rösslstube
Quelle: bring-together

Nachmittags stand der nächste Themenblock an – Planen und Bauen. Ebenso wurden die Möglichkeiten zum Erwerb eines Grundstücks näher beleuchtet.

Weiteren Input gaben sowohl der freie Architekt Matthias Börner als auch Theresa Molle und Alexander Hopf von Attacke Studios. Die Pflichten und Aufgaben eines Bauherren, die Leistungsphasen des Architekten und wie man an mögliche Grundstücke kommt wurden dabei erläutert.

Im nachfolgenden Arbeitsblock wurde nun schon sehr konkret und unterstützt durch die Experten erarbeitet, mit welchen Kosten für die jeweiligen Vorhaben zu rechnen ist. Dabei orientierte man sich an realen Zahlen, es wurden alle Aufwendungen – sowohl für den Kauf des Grundstücks, die Kaufnebenkosten, Architekturleistungen inklusive der Baugenehmigung und die Baukosten  – berücksichtigt.

Der CoHousing-Canvas als zentrales Werkzeug
Der CoHousing-Canvas füllt sich allmählich
Quelle: bring-together

Stück für Stück wurden die CoHousing-Canvases der jeweiligen Gruppen befüllt.

Nach der Kaffeepause mit reichlich Energiefutter ging es weiter mit zwei Impulsvorträgen zum Thema Stadtpolitik und Stadtplanung von Tom Umbreit. Ebenso sprach Fabian Tacke über Finanzierungsmöglichkeiten und Rechtsformen gemeinschaftlicher Wohnprojekte. Ganz schön viel Input für einen Tag. In den Räumen vom Impact Hub war jedoch eine (positive) Energie jederzeit zu spüren: Erste Ergebnisse der Gruppen wurden sichtbar, die Teilnehmer waren hochmotiviert und konzentriert, sie arbeiteten auch noch im dritten Arbeitsblock unermüdlich an ihren jeweiligen Finanzierungsmöglichkeiten.

Bei einem gemeinsamen leckeren Abendessen konnten wir uns alle vom ersten Arbeitstag entspannen und untereinander austauschen.

Wieder pünktlich am Sonntag um 9:00 startete der 2. Workshoptag mit dem Input »Shared Vision«. Marion Kempe vom Bauforum Dresden hat sich extra für diesen Tag Zeit genommen, um einen Impulsvortrag zum Thema Gemeinschaftliches Wohnen und Bauen zu halten. Im ersten Arbeitsblock dieses Tages visualisierten und konkretisierten die Teilnehmer ihre gemeinsame Vision in Bildern. Jede Arbeitsgruppe erstellte ein Moodboard, das illustrierte, wie ihr Wohnprojekt aussehen könnte.

Ganz konkret wurde es dann im zweiten Arbeitsblock, bei dem die Gruppen ihren Projektplan (Roadmap) noch einmal verfeinerten. Dabei wurden die Abschnitte bzw. Meilensteine zur Realisierung ihres Projekts anhand des nun schon sehr detaillierten CoHousing-Canvas abgebildet. Alles wurde noch einmal überprüft und bei Bedarf korrigiert.

Am Ende des Workshops präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse anhand von Moodboards
Moodboards visualisieren das geplante Gemeinschaftsprojekt
Quelle: bring-together

Am Ende stellte jede Gruppe ihr Konzept in großer Runde vor. Die Ergebnisse von zwei intensiven Workshoptagen konnten sich sehen lassen. Aus den Wünschen der Einzelnen wurden gemeinsame Visionen mit konkreten Realisierungsfahrplänen erarbeitet, die sowohl das Gemeinschaftskonzept, die Planung, den Bau, als auch Ideen zur Finanzierung und der Rechtsform beinhalten.

Mit einem leckeren Mittagessen und noch einmal viel Austausch endete unser erstes gemeinsames Visionsworkshop-Wochenende.

Das hat uns selbst so motiviert, dass wir beschlossen haben, diese Veranstaltung auf jeden Fall zu wiederholen. Solltest Du Interesse an so einem Workshop haben, lass es uns wissen und schreib uns:

Johann Koenitz von CoHosuing Dresden
Links im Bild: Johann Koenitz von CoHousing Dresden
Quelle: bring-together

Herzlichen Dank an die Sponsoren Impact Hub Dresden & Teilauto und das Team von CoHousing Dresden (Johann Koenitz, Elisa Mühlmann und die vielen weiteren, ehrenamtlichen Helfer)!

Ansprechpersonen

Karin Demming
Mary-Anne Kockel

Härtelstraße 4
04107 Leipzig

Referenzen

Autor

Michael Fürch

Michael Fürch

Michael Fürch lebt in Leipzig und ist dort als Autor, Texter und Kommunikations-Fachkraft tätig.

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