Zusammenleben in Gemeinschaft

9. Januar 2020 Lesezeit: Interview, Home Story
Margriet Homann erzählt über Ihre Erfahrungen im Zusammenleben in Gemeinschaften und welche Werte Ihr wichtig sind. Sie gibt einen Einblick was für Sie Toleranz und ein nachhaltiges Leben beim alternativen Wohnen ist und welche Wünsche Sie in Ihre neue Gemeinschaft mitbringt. Aktuell sucht Margriet Homann Wohngemeinschaften und Wohnprojekte im Mainzer Raum.

Interview mit Margriet Homann

Seit wann interessierst Du Dich für ein Leben in Gemeinschaft und was ist Deine Motivation?

Das Leben in einer Gemeinschaft hat mich schon seit den 80er Jahren interessiert. Ich habe dann auch in dieser Zeit einige Jahre mit anderen zusammen gelebt (Familie mit Kindern, älteres Ehepaar, Singles). Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es ein konstruktiver Beitrag zum Zusammenleben in unserer Gesellschaft wäre und wir dadurch weniger soziale Probleme hätten, wenn wir mehr in Gemeinschaft leben würden. 

Glaubst Du, dass das Teilen gleicher Werte ein Zusammenleben einfacher macht?

Es macht es einfacher, aber nicht unmöglich. Selbst bin ich davon überzeugt, dass das Leben nach dem Prinzip der Gewaltlosen Kommunikation (Mashall B. Rosenberg) sehr zu einem guten Miteinander beiträgt. 

Kannst Du Dir vorstellen mit Menschen zusammen zu leben, die weniger religiös sind?

Ich kann mir das sicherlich vorstellen. Respektvoller Umgang untereinander und nach aussen ist aber für mich eine Grundvoraussetzung. 

Wie stellst Du Dir ein nachhaltiges Leben vor und was bedeutet für Dich Toleranz?

Ein nachhaltiges Leben sind für mich Respekt für die Schöpfung, einfacher Lebensstil, bevorzugt Ernährung aus biologischem Anbau, wenig Fleischkonsum, Reisen mit öffentlichen Verkehrsmittel und Zero Waste.

Toleranz bedeutet für mich den anderen so stehen zu lassen, wie er oder sie ist, ohne der Kommunikation oder Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen 

Welche Erfahrungen hast Du aus bisherigen Gemeinschaften mitgenommen und was hättest Du gern besser gemacht?

Ich habe die Zeit in den Gemeinschaften sehr genossen, aber auch gemerkt, dass es schwer war über einige persönliche Themen zu reden (z.B. Kindererziehung) oder sich zu einigen. Dies hat dann auch zum Bruch geführt. Die Konflikte gingen weniger um das Geld, obwohl das knapp war, aber mehr über die persönliche Lebensgestaltung (siehe oben). Ich hätte mir im nachhinein eine Art Supervision gewünscht und mehr Humor.  

Was wünschst Du Dir für Deine nächsten Gemeinschaften?

Für meine nächste Gemeinschaft wünsche ich mir ein gemeinsames Projekt, Mehrgenerationen, Ressourcen Teilen, einander unterstützen, Nähe, Geselligkeit und die Möglichkeit sich auch zurückziehen zu können.  

Ich ziehe auf Zeit jetzt in eine kleine Wohngemeinschaft südlich von Mainz und werde weiter Kontakt suchen mit Projekten im Mainzer Raum.   

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