Über Geben und Nehmen

30. März 2020 Lesezeit: Lebensstile
Antjes Leben ändert sich plötzlich – durch einen Unfall. Die 4-fache Mutter ist mit neuen Herausforderungen konfrontiert, sieht aber auch die Chance für einen neuen Lebensabschnitt. Ihr Wunsch ist in einer Wahl-Gemeinschaft zu leben. Antje spricht über Geben und Nehmen und welche Rolle sie übernehmen möchte.

Interview mit Antje

Kannst Du Dich kurz vorstellen?

Ich bin Antje aus dem schönen Allgäu im Bayern. Seit ca. 3 Jahren hat sich mein Leben entscheidend verändert, denn nach einem Unfall in 2016 bin ich erwerbsunfähig, berentet und auf Hilfe angewiesen. Viele Fähigkeiten habe ich aber im Laufe der Genesung wiedererlangt und bin nun bereit für einen neuen Lebensabschnitt. Früher hatte ich eine Großfamilie zu versorgen, heute lebe ich alleine mit meinem Sohn, der bald, als letzter seine eigenen Wege gehen wird. Also tun sich für mich ganz neue Perspektiven auf, um in einer Wahl-Gemeinschaft zu leben.

Wie bist Du zu bring-together gekommen?

Ich war anfangs bis 2018 bei plus-Wgs, der Seite von Felix Herzog unterwegs. Die gefiel mir sehr gut, daher hatte ich auch eine Spende geleistet, damit die Seite weiterbestehen konnte, was leider nicht realisiert wurde.

Wie lange suchst Du schon?

Ich bereite mich seit ca. 2 Jahren auf Wohngemeinschaften vor. Hausverkauf, Infos eingeholt über Tiny-Hausgemeinschaften, Hospitation in größeren Gemeinschaftsprojekten zur Miete, betreute Gemeinschaften, Behinderten- und Senioren-WGs, Neugründung einer Interessentengruppe und vieles mehr. Momentan wohne ich individuell und strebe wieder eine gemeinschaftliche Eigentumssituation an.

Wie stellst Du Dir das Gemeinschaftsleben vor?

Mein Lebensstil ist grundsätzlich, soweit es möglich ist, ökologisch angehaucht und ich versuche in umweltverträglichem Rahmen zu leben. Natürlich gelingt mir das seit den veränderten körperlichen Bedürfnissen weniger als noch vor 2016, aber immerhin möchte ich gerne Anteil nehmen, soweit ich mich in ein Gemeinschaftsleben einbringen kann.

Ich bin ein Organisationstalent für kaufmännische Bereiche. Und ich koche sehr gut und gerne, verwende dabei die meisten Nahrungsmittel aus biologischem Anbau und helfe auch gerne beim Verarbeiten zur Vorratshaltung, wie Marmeladen einkochen, Pestos, Tees und Öle herstellen. Wetterbedingt kann ich auch beim Anbau oder der Ernte von Obst und Gemüse helfen. 

Im Umkehrschluss erhoffe ich mir Hilfe bei Tätigkeiten, die ich nur eingeschränkt verrichten kann. Ein Geben und Nehmen ist in meinem Falle wörtlich zu nehmen. Finanziell bin ich gut gestellt und versiert, das heißt ich könnte auch gegen Hilfe oder Geld tauschen.

Welche Rolle würdest Du übernehmen wollen?

Beim Leben in einer eher männlichen Gemeinschaft wäre ich vermutlich die »Mama«, die alle mitversorgt und bekümmert. Bei drei erwachsenen Söhnen würde es mir gefallen, wieder in einer ähnlichen Rolle zu wirken.

Wieso ist Dir Verantwortung wichtig?

Aus meiner beruflichen und privaten Erfahrung heraus, kam ich in der Organisation und Anleitung, auch bei der Unterstützung von Menschen immer gut klar und traue mir deshalb zu Verantwortung in verschiedenen Formen zu übernehmen, z.B. gemeinsame Aktivitäten, wie Gruppenfeste, Einkäufe oder auch Baumaßnahmen vorzubereiten, zu strukturieren und zu koordinieren.

Wie sieht Dein weiteres Vorgehen aus?

Momentan überlege ich, selbst ein geeignetes Wohnobjekt zu suchen, und dann zeitnah ein Treffen für Interessierte in meinem Alter 50+ bis ca. 60 J. gezielt zu organisieren.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Für meine persönliche Zukunft wünsche ich mir körperlich fit im Alltagsgeschehen zu bleiben, damit ich meine organisatorischen, tatkräftigen, aber auch spirituellen Fähigkeiten mit Menschen teilen kann, die mich so nehmen und lieben können, wie ich nun bin – einzigartig und wundervoll. Gleichzeitig möchte ich meine liebevolle Art mit Menschen teilen, damit diese mit mir so angenehm und angeregt wie möglich leben.

 

Erstellt von Mary-Anne Kockel | Linkedin folgen

Geben und Nehmen in Gemeinschaften
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