TRIALOG Hilden. Wohnen in Zukunft

14. Juni 2019 Lesezeit: Wohnprojekt
TRIALOG baut zwischen Hilden und Düsseldorf ein Mehrgenerationenwohnhaus. Der Grundgedanke basiert auf dem "Wohnen in Gemeinschaft" und damit auf ein soziales Miteinander, ohne die mitgebrachte Individualität auszuklammern. Nach dem Motto: Alles kann - nichts muss. Das Wohnprojekt baut deshalb 28 separate Wohnungen in denen jeder ein Mitglied der Gemeinschaft ist - sich sich aber auch, entsprechend den eigenen Bedürfnissen, zurückziehen kann.
Mehrgenerationenwohnhaus TRIALOG Hilden

Etwa zwanzig Menschen unterschiedlichen Alters sitzen um einen großen Tisch im Nachbarschaftszentrum im Hildener Süden. Vor ihnen liegen Stapel mit Papieren: Zeichnungen und Konzepte, Tabellen und Protokolle. An der Wand pinnt eine Zeitschiene und über die Leinwand läuft eine Präsentation. Heute geht es um die Energiegewinnung des geplanten Mehrgenerationenwohnhauses auf der Düsseldorfer Straße in Hilden, Richtung Düsseldorf-Benrath.

 

Nachhaltig und bezahlbar

Auf dem Dach der drei Gebäude ist eine große Photovoltaikanlage geplant, die von den Bewohner*innen des Wohnprojektes als Mieterstrom genutzt werden kann. „Unabhängig vom Stromnetz werden wir so nicht,“ erklärt Abdel Aoufi, Sprecher des Arbeitskreises „Bauen“ des Wohnprojekts, aber wir würden einen Großteil unseres Strombedarfs selbst auf umweltfreundliche Weise gewinnen, ohne auf fossile Brennstoffe zurückgreifen zu müssen. Und der fehlende Rest kommt aus ebenfalls umweltfreundlicher Wasserkraft.“ Es soll nicht irgendein Haus werden, das die Gruppe TRIALOG Hilden auf der Düsseldorfer Straße baut. Die Idee ist, einerseits ökologisch nachhaltig und andererseits bezahlbar zu bauen - ein Passivhaus in Holzbauweise.

 

Bauen als Genossenschaft

Auch deswegen hat sich die Gruppe für ein Genossenschaftsmodell entschieden. Um eine Wohnung zu beziehen, bezahlen die Mitglieder und zukünftigen Bewohner*innen des Projektes einmalig eine Genossenschaftseinlage, die das Eigenkapital der Genossenschaft bildet. Nach Einzug zahlen sie dann ein monatliches Nutzungsentgelt, das einer dem Mietmarkt entkoppelten Miete entspricht. „Ein bisschen Startkapital braucht man schon,“ räumt Manfred Gertz, Sprecher des AK Finanzen ein. „Aber wenn man sich den Immobilienmarkt in Düsseldorf und Hilden ansieht, dann wird deutlich, dass Investition und Aufwand verhältnismäßig sind.“ Und anders als bei einem Kauf ist man weniger festgelegt, denn wenn man auszieht, erhält man die zu Beginn eingezahlte Einlage zurück. Im Moment jedoch will von Auszug noch keiner was wissen. Alle freuen sich auf das Miteinander im neuen Haus.

 

Genossenschaft Wohnprojekt TRIALOG Hilden

Wohnen in Gemeinschaft

Und wie stellt man sich dieses Miteinander vor? „Mit Nachhaltigkeit verbinden wir nicht nur eine ökologische Bauweise, sondern auch ein soziales Netzwerk“, erläutert Monika Schoenen vom Arbeitskreis Interessent*innenkontakt. “In Zeiten, in denen Berufstätige immer stärker gefordert werden, Familien zunehmend auf sich selbst gestellt sind und viele ältere Menschen in Single-Wohnungen vereinsamen, wollen wir eine Alternative eröffnen: ein soziales Netz, in dem Menschen füreinander da sind.“ Dabei geht es um gegenseitige Unterstützung, aber auch darum, sich im Alltag zu treffen oder etwas miteinander zu unternehmen. Außerdem will sich das Wohnprojekt in den Stadtteil hinein öffnen, Räume für Begegnung und Stadtteilinitiativen öffnen.

 

Wohnungen —nicht nur — für Familien

Der Einzug ist für das Frühjahr 2021 geplant. Zur Zeit sind insbesondere noch große Wohnungen für Familien zu vergeben, darunter eine Fünf-Zimmer Maisonette-Wohnung mit ca. 140 m2 und eine Vier-Zimmer-Wohnung mit 100 m2 jeweils mit einem eigenen Garten. Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen mit großer Terrasse eignen sich für Paare, Alleinerziehende mit Kindern oder Alleinlebende. Einige der Wohnungen sind öffentlich gefördert und können mit Wohnberechtigungsschein bezogen werden.

 

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Autoren

TRIALOG Hilden

TRIALOG Hilden

Susanne Pramann spricht im Namen von TRIALOG Hilden über das Wohnprojekt. 
Fotos: © TRIALOG Hilden

Mary-Anne Kockel

Mary-Anne Kockel

Die Interaction Designerin setzt seit 2009 unter dem Namen »Paka/me« Auftragsarbeiten im Online Bereich um und rief 2017 den community-basierten Projektraum »H4Space« ins Leben. Alles abseits ausgetretener Wege und jeder Funke von Querdenken lässt Ihr Herz höher schlagen.