Mut zur Gemeinschaft

3. Februar 2021 Lesezeit: Interview, Home Story, Gründen
Patrizia vom »Co-Housing Bodensee« erzählt über den Mut zur Gemeinschaft und von Ihren Erkenntnissen zum Gemeinschaftsleben. Miteinander leben und forschen ist Ihre Mission. Dafür hat sie Ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt und zusammen mit Ihrem Mann eine Workshop-Reihe entwickelt.

Interview mit Patrizia

Kannst Du Dich kurz vorstellen?

Ich wurde in Rom geboren und lebe nun seit 30 Jahren in Deutschland. Hier habe ich meine Ausbildungen und mein Studium absolviert und dann vor über 20 Jahren – zusammen mit meinem Mann Bernhard, ein Trainings- und Beratungsunternehmen gegründet. Während der ersten Jahre haben wir viel für mittelgroße und sehr große Unternehmen gearbeitet; Organisationsentwicklung, Strategie, Vertrieb. Als ich Anfang, Mitte 40 war, haben wir uns umorientiert. Uns wurde immer klarer, dass unser Wirtschaftssystem mit seinem immanenten Zwang zum Wachstum auf dem besten Weg ist, tatsächlich das Leben auf diesem Planeten zu zerstören. Und unser Knowhow machte dieses System noch effizienter, noch effektiver. Das konnten wir nicht mehr verantworten und haben eine radikale Wende vollzogen. Seit über 10 Jahre arbeiten wir fast ausschließlich für NGOs oder andere, auch gemeinnützige Hilfsorganisationen, für Schulen und Kommunen. 

Was war Deine Motivation ein Gemeinschaftsprojekt zu gründen?

Parallel zu unseren Reflexionen über das Wirtschaftssystem beschäftigen uns seit jeher auch die folgenden Fragen sehr:

1.    In nahezu allen Gesellschaften dieser Welt herrscht ein immer rauerer Wind; ein gutes, solidarisches, wohlwollendes Miteinander funktioniert meist nicht. Einzelne Kulturen innerhalb der Kulturen entstehen, eine immer größere Zersplitterung der bestehenden Staatsgemeinschaften ist die Folge, die Ungerechtigkeiten und andere Formen der Unmenschlichkeit breiten sich immer mehr aus. Wie wäre es also möglich, dass Menschen auf andere Weise zusammenlebten: friedlich, freundlich, solidarisch, zugewandt?

2.    Unser Leben wird immer komplizierter: Stress, Isolation und Überforderung sind nur einige der damit zusammenhängenden Begriffe. Wie wäre mein Leben, wenn ich mit anderen, mir zugeneigten, gleichgesinnten Menschen zusammenwohnen würde? Wie würde sich mein Alltag verändern? Wie würde sich mein Leben verändern? Wie würde ich mich verändern? Könnte ich meine Zugeneigtheit weiter entwickeln?

3.    Global gesehen, leben wir heute ja auf sehr großem Fuß. In Deutschland ist der ökologische Fußabdruck mehr als doppelt so groß wie die weltweit durchschnittlich verfügbare Biokapazität (Systemwissenschaftler Ervin László und Naturwissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker, 2014). Alternative Lebensmodelle, wie Cohousing (was ja gleichzeitig ein Downsizing bewirken würde), könnten den Fußabdruck auf die Hälfte oder noch weniger reduzieren. Wäre es also nicht sinnvoll, anders zu leben und durch die gemeinsame Nutzung von Wohnraum und anderer Ressourcen den gesamten Konsum, die Energie und die individuelle Mobilität zu reduzieren? Wäre es nicht schön, Downsizing praktizieren zu können, ohne aber auf Platz, Garten, Bibliothek, Heimkino, Musik, hauswirtschaftliche Infrastruktur und ein gesundes Umfeld verzichten zu müssen?

Dazu kommt noch die Überzeugung, dass wir in unserer individualistischen und isolierenden Gesellschaft nicht wirklich glücklich sein können, weil die »artgerechte Haltung« der Gattung Mensch, unserer Auffassung nach, eher ein Leben in Gemeinschaften oder Gruppen vorsieht. Wir sind überzeugt, dass die Entfaltung eines Menschen nur innerhalb einer guten sozialen »Einbettung« möglich ist, wie es eine Lebensgemeinschaft anbieten könnte. Darüber wurde ja in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, der Entwicklungspsychologie, der Evolutionsgenetik aber auch der Philosophie hinreichend geforscht.

Wo hast Du vorher gelebt?

Seit 2 ½ Jahren sind wir wieder zurück in Deutschland. Vorher haben wir in einer Lebensgemeinschaft in Italien gelebt. Es war eine sehr schöne, intensive und lehrreiche, uns weiterbringende Zeit. Wir sind nicht dort geblieben, weil die geistige Ausrichtung der Gemeinschaft, sowie die guruhaften Verhaltensweisen der Gründer sehr anstrengend waren und uns in ihren Inhalten überhaupt nicht entsprachen. Als wir wieder da waren, haben wir einige Zeit gebraucht, um uns neu zu orientieren und das Erlebte in einen guten und förderlichen Rahmen einzuordnen. Die Sehnsucht nach dem gemeinschaftlichen Leben war in uns nach wie vor sehr stark – obwohl wir enttäuscht darüber waren, dass dies dort offenbar für uns nicht ging. 

Wir befassen uns seit 15 Jahren mit dem Vorhaben, in einer Gemeinschaft zu leben; mal mehr, mal weniger intensiv. Wir haben in dieser Zeit auch mehrere existierende, auch internationale Projekte besucht, teilweise haben wir auch längere Zeit dort gelebt / gearbeitet und herausgefunden, dass diese Form des Zusammenlebens uns sehr zusagt.

Wir schätzen die Bewegung der Ökodörfer oder Gemeinschaften sehr. Wir halten sie für Schritte in die richtige Richtung. Allerdings gibt es aus unserer Sicht einige wesentliche Dinge, die wir in allen Gemeinschaften beobachten konnten und die uns sehr nachdenklich machten. Dazu gehört vor allem, dass in allen Gemeinschaften, die wir näher kennengelernt haben, dieselben Strukturen reproduziert wurden, die man »da draußen« so stark ablehnte und wegen derer man sich überhaupt dazu entschlossen hatte, das Leben in einer intentionalen Gemeinschaft, alternative Lebensmodelle zu realisieren. Natürlich gibt es hier graduelle Unterschiede, aber es ist uns deutlich geworden, dass dieser Kulturtransfer von draußen nach drinnen einfach erfolgt, egal welche beschönigenden Etiketten man dann darauf klebt. 

Außerdem haben wir in allen Gemeinschaften eine große Überforderung oder Erschöpfung bei den dort lebenden Mitgliedern festgestellt. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Beziehungen untereinander doch nicht so nährend gelingen, wie man sich das wünscht? 

Und, wie kommt es überhaupt, dass wir Menschen, wenn wir uns zusammentun, sei es als Gruppe oder sei es auf gesellschaftlicher Ebene, Kontexte kreieren, innerhalb derer kein Individuum wirklich gerne lebt?

All diese Überlegungen und die Erfahrungen, die wir bei unseren Besuchen, bei unserer Beratungsarbeit für Gemeinschaften und unseren Aufenthalten dort machen durften, haben uns nicht demotiviert, sondern inspiriert ein eigenes Projekt zu starten und unsere Arbeit für andere fortzusetzen.

Cohousing Bodensee – Beratung für Gemeinschaften – bring-together

Was seid Ihr für eine Gemeinschaft?

Zunächst eint uns das Ziel, miteinander eine neue Kultur des Zusammenlebens zu entwickeln. Uns ist bewusst, dass gelungenes Gemeinschaftsleben nichts ist, was man heute einfach so hinbekommt.  Und auch, wenn dies eigentlich unserer »artgerechten« Lebensart entsprechen würde, so haben wir leider verlernt, uns selbst in Gruppen zu denken, zu leben und zu kooperieren. Aber genau das finden wir alle spannend; wir wollen zusammen herauszufinden, wie es doch gehen könnte. Das ist das Thema dieser Gemeinschaft. Wir gehen nicht davon aus, die Lösungen dafür zu kennen, sondern davon, dass sie noch entstehen müssen. 

Ansonsten sind wir in der Kerngruppe aktuell ausschließlich Erwachsene zwischen 40 und 58 Jahren und sehen uns als Pioniere und Forscher. Die Gruppe ist ideologiefrei. Das ist uns wichtig: jeder pflegt seine eigene Spiritualität, keiner missioniert die anderen und keiner soll missioniert werden. Wir sind alle berufstätig, bis jetzt sind keine Kinder da. Wir teilen auf tiefe Weise die Liebe zu Tieren, Garten, Natur und Kultur. Dazu gehören auch Konzepte der Ökologie, Nachhaltigkeit, das Downsizing, Bioernährung und gesunde, selbstangebaute Lebensmittel, Freundlichkeit und Wohlwollen im Umgang miteinander, der Wunsch nach etwas Neuem… all das finden wir sehr anregend und inspirierend und möchten versuchen, so viel wie möglich davon in unserem gemeinsamen Leben zu entwickeln und wo vorhanden zu integrieren.

Wie habt Ihr Euch gefunden?

Am Anfang hatten wir zwei kleine Anzeigen in einer Zeitschrift für Bioläden geschaltet. Das hat eine Lawine an Anfragen erzeugt! Fast 200 Interessenten meldeten sich innerhalb von nur 4 Monaten! Das war fast nicht zu bewältigen. Von dieser Art von Anzeigen haben wir mittlerweile Abstand genommen. Jetzt ist das Projekt auf diversen Plattformen im Netz sichtbar.

Wie bist Du vorgegangen – von der ersten Idee bis Stand heute?

Wie gesagt, wir befassen uns mit dem Leben in Gemeinschaft (wenn auch mit einigen Unterbrechungen) seit über 15 Jahren. In dieser Zeit haben wir uns an Gruppen beteiligt, die eine Lebensgemeinschaft gründen wollten. Dabei haben wir immer wieder gesehen, dass die meisten Menschen sehr gerne, sogar viele Jahre lang, beieinandersitzen, reden und »planen«. Sobald es aber konkret wird (d.h. zum Beispiel, dass ein geeignetes Objekt hätte erworben werden können), springt die Mehrheit der Beteiligten ab. Das ist uns dreimal passiert; einmal sogar, als man unserer Gruppe ein sehr großes Anwesen von 5 Hektar mit verschiedenen Gebäuden darauf kostenfrei zur Verfügung gestellt hätte! Und mittlerweile verstehe ich auch besser, warum es durchschnittlich 7 Jahre dauert, bis ein Gemeinschaftsprojekt tatsächlich realisiert werden kann! 

Um den materiellen Findungsprozess unseres Projektes etwas zu verkürzen, haben wir uns jetzt entschieden, unser Haus und die Möglichkeiten des Grundstücks für dieses Projekt zur Verfügung zu stellen. Dabei werden wir weiteren Wohnraum schaffen und vertrauen darauf, die »richtigen« Mitbewohner / Forschernaturen zu finden. Wir kennen mittlerweile mindestens zwei Lebensgemeinschaften, die mit diesem Vermietungsmodell seit 12 bzw. 28 Jahren sehr erfolgreich existieren. Das hat uns ermutigt, diesen für einige vielleicht ungewöhnlichen Weg zu gehen. Jedenfalls zu Beginn; später wird man sehen. 

Was den Gemeinschaftsprozess angeht, sind wir dabei in der Kerngruppe und mit den Interessierten, eine eigene Kultur zu gestalten. Da gibt es keine Abkürzungen, das braucht die Zeit, die es eben braucht.

Cohousing Bodensee – Vermietungsmodell für Gemeinschaften – bring-together

Was gab es für Hürden?

Nun, Corona und die Kontakteinschränkungen waren und sind nicht zuträglich für dieses Projekt! Es fiel praktisch zeitgleich mit dem Start des Projektes zusammen. Wir haben natürlich die Treffen und das Kennenlernen über Zoom-Videokonferenzen verlagert. Dennoch vermissen wir den persönlichen Kontakt, und freuen uns auf die Zeit, wo wir uns wieder persönlich treffen können.

Andererseits hat uns gerade diese äußere Krise zu ganz wichtigen Einsichten und Forschungsergebnissen geführt.

Hürden und Hindernisse erzeugen aber oft auch unrealistische Vorstellungen oder Einstellungen zum Gemeinschafsleben bei vielen Interessierten. Ende Dezember habe ich zusammengezählt, wie viele E-Mail-Konversationen und persönliche Gespräche ich mit Interessenten in 9 Monaten geführt hatte. Es waren ca. 750 E-Mails und 72 persönliche Gespräche. Bei ca. 85% der Konversationen kam heraus, dass die Menschen sich zwar nach mehr Gemeinschaft sehnen, allerdings eher abgeneigt sind, ihren Lebensstil wirklich zu verändern. Man wünscht sich im Endeffekt lediglich mehr Anschluss oder eine nettere Nachbarschaft. Oder man sucht eine Gemeinschaft nach denselben »Suchkriterien« wie eine Mietwohnung. Eine Interessentin bspw., deren Arbeitsstelle 35 km von unserem Platz entfernt liegt, sagte: »Euer Vorhaben spricht mich total an, aber ich suche etwas, das näher an meiner Arbeitsstelle liegt.« In Gemeinschaft leben zu wollen, setzt sicher auch in vielem mehr Flexibilität voraus, als viele Menschen derzeit gewohnt sind, aufzubringen – jedenfalls, wenn sie nicht müssen. 

Das Leben in einer Gemeinschaft stellt heute noch einen sehr mutigen Schritt dar. Wir sind dafür nicht sozialisiert worden. Wir tun damit etwas, was uns und unserer Sozialisation eigentlich nicht entspricht. Zwischen unserer kulturellen und unserer anthropologischen Sozialisation besteht ein großer Widerspruch, den wir dafür überwinden müssen. So schön es ist, mit anderen zusammen zu leben, es will trotzdem von uns Tag für Tag bewusst gestaltet werden – eben wegen dieses Unterschiedes zwischen der Tiefenschicht und der Kulturschicht in uns. Dazu braucht es Klarheit, Hingabe, Engagement und auch viel Humor. Dies schien der Mehrheit der Menschen, mit denen ich in den vergangenen Monaten gesprochen habe und die auf der Suche nach einem Erfüllungsort ihrer Sehnsucht sind, nicht wirklich bewusst zu sein. 

Die allermeisten standen irgendwo zwischen dem Wunsch nach Gemeinschaft und einem kulturell angelernten, stark individualistischen Lebensstil. Sie standen zwischen dem Eindruck, dass ihr ggw. Lebensstil gar nicht die Segnungen bringt, die man bräuchte, um wirklich zufrieden und erfüllt zu leben und der Ahnung, dass dieses gemeinschaftliche Leben mit anderen zu kreieren und zu gestalten schwierig werden könnte. Und dieses Dilemma ist sehr real, denn unsere sozialen und kommunikativen Muskeln erweisen sich hier mehr als schwach ausgebildet. Etwas Neues will erst gelernt werden…

All diese und viele weitere Erkenntnisse sind übrigens in die 3 Workshop-Module eingeflossen, die wir entwickelt haben; die Reihe heißt »Mein Weg in ein Gemeinschaftsprojekt«. Sie sind zum Teil für jene Menschen gedacht, die das Leben in Gemeinschaft attraktiv finden, aber selber noch keine direkten Erfahrungen damit gemacht haben. Sie sollen helfen, realistischer das Richtige für sich zu suchen. Und sie sind auch wertvoll für Leute, die in bestehenden Gemeinschaften leben oder gerade ein eigenes Projekt gründen. Im Endeffekt basieren diese Workshops darauf, was wir in Lebensgemeinschaften erlebt oder beobachtet haben. 

Ein weiteres Thema, was uns immer wieder beschäftigt hat, war die geringe Bereitschaft vieler Interessenten, sich konkret für das Projekt zu engagieren. Schon ein 90-minütiges Treffen pro Woche scheint vielen quasi unzumutbar. Viele klagen, sie hätten nicht so viel Zeit, denn fast jeder Abend sei mit Hobbies bereits belegt und am Wochenende möchte man unterwegs sein… Das ist alles schön und gut, aber wie soll ein solches Projekt dann entstehen? Wer kümmert sich darum? Wer verrichtet alle dazu notwendigen Aktivitäten? Und aus welchem inneren Ort ist es dann bei den Menschen getrieben?

Wir fragen uns, ob diese mangelnde Bereitschaft zu Engagement und Commitment auch eine indirekte Folge unserer konsumistischen Sozialisation sei. Wir sind es so gewohnt, alles immer zur Verfügung gestellt zu bekommen und unter sehr vielen Dingen auswählen zu können, dass wir offenbar nicht mehr in der Lage sind, selbst etwas zu erzeugen. Irgendwie entsteht der Eindruck, viele wollten sich aufsparen, ihre Kräfte nicht in so etwas investieren, in die Erzeugung von etwas, von dem sie allerdings gerne sagen, dass es ihnen sehr wichtig wäre.  

Allerdings ist bisher noch niemals etwas Neues oder Bedeutsames aus der Trägheit oder der Komfortzone entstanden! Alle wichtigen Veränderungen in uns als Individuum oder auch gesellschaftlich finden nur deshalb statt, weil Menschen sich aufmachen und auch bereit sind, Mühen auf sich zu nehmen, ihre Couchzone zu verlassen. 

Natürlich kann sich das manchmal ungemütlich anfühlen; aber es ist auch sehr befriedigend etwas Neues gemeinsam zu erschaffen und inspirierend! 

Es gibt immer auch Ermüdungserscheinungen, wenn man unterwegs ist. Solche Projekte brauchen Zeit und Arbeit. Das sollte uns jedoch nicht davon abbringen, weiter zu machen.

Cohousing Bodensee – Workshop-Reihe »Mein Weg in ein Gemeinschaftsprojekt« – bring-together

Wo seid Ihr jetzt angekommen?

Als Gruppe waren wir vor Kurzem gerade in genau solch einer Ermüdungsphase. Wir fanden es alle sehr schwierig, unsere Beziehungen und die Gruppenkohäsion weiter über Video zu pflegen. Irgendwie erschien uns alles sehr abstrakt, denn wir konnten dieses Jahr nicht einmal tageweise zusammenkommen. 

Als uns dies bewusst wurde, haben wir versucht dagegen zu steuern. Der Abstraktion haben wir bewusst eine Phase der »Konkretisierung« entgegengestellt. Ein Gruppenmitglied hat ein 3D-Programm beschafft und so sind wir gerade dabei, unsere privaten Räume und die Gemeinschaftsflächen einzurichten (ein Teil unseres Projektes beschäftigt sich mit Downsizing). So zeigen wir uns online gegenseitig, wie wir es schaffen könnten, minimalistischer zu leben und es ist sehr schön zu sehen, wie kreativ alle darin sind.

Wir suchen auch weiterhin Menschen, die bei unserem Cohousing-Forschungsprojekt mitmachen möchten. Denn eine gewisse Gruppengröße ist notwendig, um das Bauen auch wirklich beginnen zu können.

Was möchtest Du anderen mit auf den Weg geben?

Zusammen mit gleich- und wohlgesinnten Menschen zu leben ist wunderschön! Und auch wenn wir alle dafür noch viel zu lernen haben, sollten wir diesen Schritt nicht scheuen, wenn wir diese Sehnsucht stark in uns spüren.

Commitment, Mut, Motivation und Idealismus können uns dabei helfen. Gerade am Anfang von Projekten oder wenn man sich in einen Annäherungsprozess begibt, ist es hilfreich die eigenen Pionierqualitäten zu mobilisieren. Aber solche Qualitäten braucht es unbedingt. Man darf nicht gleich aufgeben. 

Eine gewisse Anteilnahme am Wohl der Anderen ist auch von Vorteil. Also diesen Schritt in Gemeinschaft sollte man nicht nur aus Eigennutz unternehmen. Da braucht es schon »eine Leidenschaft für die Menschheit«, wie ich das gerne nenne. 

Lernt die Leute kennen, mit denen Ihr eine Gemeinschaft anstrebt. Geht in Beziehung mit ihnen. Seid nicht zögerlich. Selbst wenn es beim ersten mal nicht klappen sollte, werdet ihr auf jeden Fall bereichernde Erfahrungen gemacht haben und Euer Wissen vergrößern.

Und bei all dem, was Ihr hierzu unternehmt, strebt ruhig nach Exzellenz und nicht nach Mittelmaß, oder gar dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Exzellenz im Denken und Tun… Das schadet wirklich nicht, im Gegenteil…

Was sind Deine bisherigen Erfahrungen mit bring-together?

Ich war auf der Suche nach Plattformen, wo unser Projekt etwas umfangreicher dargestellt werden konnte, als durch eine kleine Anzeige; So habe ich bring-together gefunden. Für mich ist es in ästhetischer Hinsicht, aber auch, was die Usability angeht, die schönste Plattform überhaupt. 

Wir haben dadurch viele interessante Menschen kennengelernt und ein Gruppenmitglied hat durch bring-together zu uns gefunden.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Das Ende von Corona! Dass man sich bald wieder normal persönlich treffen kann. Und solange das nicht geht, mehr Zuversicht und Mut für das Neue, das ja dennoch in die Welt kommen will…

Und noch ein paar tolle Gruppenmitglieder mehr für das Projekt.

Und wenn ich schon beim Wünschen bin: Eine Gesellschaft, die andere Paradigmen als die materialistischen, individualistischen, egoistischen ins Zentrum stellt und verwirklicht. 

Mehr Menschen, die für das Gemeinschaftliche begeistert sind. 

Noch mehr Gemeinschaften die entstehen und zusammen an die Kreation einer neuen Kultur arbeiten; dass diese Lebensform möglichst mainstream-tauglich wird und dass wir keine Exoten mehr sind. 

Und dass es uns gelingt, den scheinbaren Gegensatz zwischen Individualität und Gemeinschaft endlich aufzulösen.

Workshop-Reihe »Mein Weg in ein Gemeinschaftsprojekt«

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